Landtagsabgeordneter Sandro Waldmann erkundigt sich nach Fortschritten beim Großspeicherprojekt im Burgenland
Landtagsabgeordneter Sandro Waldmann wird eine umfassende schriftliche Anfrage an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil richten. Im Fokus steht der aktuelle Stand des Projekts „Neue Großspeicher mit 300 MWh“, das entscheidend zur Energieautarkie und Klimaneutralität des Burgenlands bis 2030 beitragen soll. Die Anfrage bezieht sich auf eine Presseaussendung vom 30. Mai 2022, in der Burgenland Energie und die CMBlu Energy AG eine wegweisende Kooperation für umweltfreundliche Organic-Solid-Flow-Speicher ankündigten.
„Die damaligen Ziele waren ambitioniert und vielversprechend“, erklärt Waldmann. „Landeshauptmann Doskozil betonte die Vorreiterrolle des Burgenlands im Bereich erneuerbarer Energien und den großen Schritt zur Klimaneutralität bis 2030. Stephan Sharma, Vorstand der Burgenland Energie AG, unterstrich, dass eine Speicherleistung von 100 Megawatt mit 300 Megawattstunden Kapazität notwendig sei, um das Burgenland mit Wind- und Solarenergie autark zu machen. Nun, fast drei Jahre später, ist es an der Zeit zu klären, wie weit das Projekt tatsächlich vorangeschritten ist.“
Die Presseaussendung von 2022 sprach von einem „technischen Durchbruch“ durch Nicht-Lithium-basierte Großspeicher und hob deren ökologische sowie wirtschaftliche Vorteile hervor. „Dieses Projekt soll demonstrieren, was mit Organic-Solid-Flow-Speichern technologisch möglich ist“, wurde damals Dr. Peter Geigle, CEO von CMBlu, zitiert. Zudem war ein Pilotprojekt – beispielsweise am Weingut Scheiblhofer – geplant, um die Machbarkeit lokaler Energielösungen zu zeigen.
Mit seiner Anfrage will Waldmann nun Klarheit über den aktuellen Fortschritt schaffen: „Ist der Pilot-Energiespeicher erfolgreich in Betrieb? Wie weit ist der Ausbau der geplanten 300-MWh-Kapazität gediehen? Lassen sich bereits messbare Effekte wie niedrigere Stromkosten oder eine Netzstabilisierung beobachten? Und ist das Projekt auf Kurs, um bis 2030 die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen?“
Darüber hinaus fordert Waldmann Transparenz hinsichtlich der Kosten, der Finanzierung und möglicher Herausforderungen. „Seit der Installation der ersten Batterie im Juli 2023 sind kaum öffentliche Informationen verfügbar. Doch dieses Projekt wurde als ‚Game-Changer für die Energiewende‘ angekündigt – die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, zu erfahren, ob dieses Versprechen auch eingelöst wird“, so Waldmann
Mit seiner Anfrage möchte Waldmann sicherstellen, dass die ambitionierten Ziele nicht bloß Ankündigungen bleiben. „Das Burgenland hat das Potenzial, ein europäisches Vorzeigebeispiel für nachhaltige Energiespeicherung zu werden. Doch dafür braucht es greifbare Ergebnisse und eine offene Kommunikation.“ Die Antwort des Landeshauptmanns wird innerhalb der gesetzlichen Frist erwartet und soll Aufschluss über den aktuellen Stand des Projekts geben.